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Lernen

6.4 Gehirngerechtes Lernen

Die Ergebnisse moderner Gehirn- und Lernforschung zeigen, dass es hinter erfolgreichem und freudvollem Lernen einige Wegweiser gibt. Gehirngerechtes Lernen heißt demnach, so zu lernen, dass Lernen Freude bereitet und als nachhaltiger Teil des Lebens angesehen wird. Viele Lerninhalte, wie Mathe und Chemie, stoßen in der Schule nicht bei jedem Kind auf offene Ohren. Dass dies nicht unbedingt mit dem Fach an sich zu tun haben muss, mit den Informationen, die wir daraus gewinnen, sondern von vielen Faktoren abhängt ist, findet sich heutzutage in vielen öffentlichen Diskussionen wieder. Wichtig ist zu verstehen, unter welchen Voraussetzungen Kinder gehirngerecht lernen, was sie suchen, wenn sie lernen und was es zu vermeiden gilt. Sich offen und leidenschaftlich mit einem Thema auseinandersetzen zu können und vorrangig auch selbstständig zu wollen, ist der erste Weg zur kindlichen Motivation. In diesem Land besprechen wir keine Lernstrategien, sondern Lernvoraussetzungen für ein gehirngerechtes Lernen. Denn Lernen, Gedächtnis und unsere Emotionen sind hirnanatomisch eng miteinander verbunden. Deshalb ist eine positive Einstellung zum Lernen die wichtigste Voraussetzung für Kinder.

6.3 Lernen mit Sinn und Bedeutung (Ko-Konstruktion)

Kinder besitzen die Gabe, sich selbst zu bilden, durch eigenständige Versuche und selbständiges Begreifen. Doch auch gemeinsam, im Miteinander und im Austausch, lernen Kinder die Bedeutung und den Sinn von Zusammenhängen kennen, die alleine nur schwer zusammenzuführen sind. Der Ansatz, welchen wir hier verfolgen, heißt, dass Lernen durch Zusammenarbeit stattfindet, also von Eltern und Kindern gemeinsam ko-konstruiert wird. Dabei ist der Schlüssel dieses Ansatzes, dass die Umwelt interpretiert werden muss, damit Kinder sie verstehen.

6.2 Selbstwirksamkeit

Jedes Kind möchte aus eigener Kraft etwas bewirken können und lernt in frühen Jahren der Kindheit durch aktives „Be-greifen“. Der Glaube und die Erfahrung, durch das eigene Handeln etwas zu vollbringen und, wenn es nötig wird, Hindernisse zu überwinden – sind Schlüsselerfahrungen. Kinder, die diese Erfahrung machen, erschließen sich Selbstsicherheit und Selbstwirksamkeit.

6.1 Lernen in der Kindheit

Lernen, so kann man es gut und gerne behaupten, ist die Fähigkeit, sich die Welt um uns herum mit all ihrem Reichtum anzueignen um ihr dann Sinn und Bedeutung zu verleihen. Lernen ist auch die Fähigkeit, sich den Umständen des Lebens entgegen zu stellen, sie zu begreifen und zu verinnerlichen. Schon Babys lernen in ihrem ersten Lebensjahr eine ganze Menge. Auch Ihre Sinne entfalten sich mehr und mehr und benötigen hierfür Anregung und Möglichkeit. Wenn sich ein einjähriges Kind auf den Beinen hält, lernt es, seine Muskeln zu steuern und durch den Gleichgewichtssinn sich auf beiden Beinen zu halten. Das alles sind Übungen für Babys, die durch Eltern angeregt werden können. -Dies alles lernt ein Kind in ungeheurer Geschwindigkeit, während es sich noch lange in einem Reifungsprozess befindet. Lernen findet überall statt, auch in der Bewegung, dann wenn Kinder ihre motorischen Fähigkeiten verfeinern und das erste Mal lernen zu greifen, zu stehen und zu gehen. Doch auch bei kognitiver Aktivität, wenn sie denken und fühlen, entscheiden und handeln, lernen sie täglich neue Dinge .